EFT und das Weil-Spiel zum Thema Schnarchen und Milchallergie
von Lily Alexander übersetzt von Gisela Kissing, 2008

Damit unangenehme Gefühle und körperliche Einschränkungen auf Dauer verschwinden können, müssen wir oft die auslösenden Kernthemen aufspüren. Einen Erfolg versprechenden Weg beschreibt Lily Alexander. EFT funktioniert am besten, wenn wir an dem traumatischen Ereignis arbeiten, das die ursprüngliche Energieblockade verursacht hat.

Mit lebenslangen Beschwerden wie Schnarchen zum Beispiel kann der Klient oft nichts mit den typischen Fragen wie Wann hat es angefangen, oder Woran erinnert dich das anfangen und klare Auskünfte geben. An solchen Stellen spiele ich ein einfaches Spiel mit ihnen, um mögliche Aspekte zu dem Problem auszugraben, und wenn wir sie lösen, spielen wir es immer wieder aufs Neue, solange bis wir alle Aspekte aufgelöst haben.

Ich nenne es das „Weil-Spiel“; es ist sehr einfach und ich habe bisher noch keinen getroffen, der, ob jung oder alt, nicht willens ist zu spielen.

Es gibt verschiedene Wege wie sich der Verlauf entwickeln kann, und es ist ganz wichtig zu wissen, dass selbst wenn die Antwort lautet Ich weiß es nicht du fragen kannst Und falls du es wissen würdest, was wäre es dann?

Beispiel: Jemand hat Kopfschmerzen

Ich habe Kopfschmerzen, weil____________________ Wenn die Person antwortet weil ich wütend bin, so heißt der nächste Satz

Ich bin wütend, weil____________________________ Und die Person sagt weil mein Boss so ein Idiot ist.

Fahre solange fort in dieser Weise, bis du genügend Aspekte, Gefühle, Glaubenssätze gesammelt hast, aus denen du dann Klopfsätze herleiten kannst.

Dann teste, ob das Thema bis auf 0 herunter geklopft ist und beginne gegebenenfalls das Weil-Spiel erneut.

Direkter Weg Das oben genannte Beispiel ist der direkte Weg

Indirekter Weg Wenn du etwas Hintergrundwissen hast über die Person (durch Vorgespräch, Auskunft des Partners, Freund, etc.), kannst du mit ein paar hypothetischen Klopfsätzen beginnen und schnell herausfinden, welcher von den Sätzen den stärksten Wahrheitsstresswert hat. (diese Idee ist lose angelehnt an Lindsay Kenny’s „Ultimate Truth Statement).

In dem Beispiel von Georgs Schnarchproblem könnten die Testsätze wie folgt aussehen:

Ich schnarche, weil mein Körper genetisch so veranlagt ist ich schnarche, weil ich übergewichtig bin, weil ich Beziehungsprobleme habe, weil bei der Arbeit ängstlich/unsicher bin

Im Fall von Georg enthielt der Satz mit dem vererbten Problem den größten Wahrheitsgehalt. Nach etwas mehr probieren, ob er überhaupt mit Schnarchen aufhören könnte, da es ja seiner Meinung nach vererbt war, haben wir EFT angewendet, um verschiedene Behauptungen zu klären…

Klopfsätze

Obwohl ich eine genetisch bedingte Disposition zum Schnarchen habe…(er ist ein Wissenschaftler…seine Worte, nicht meine) Auch wenn jeder in meiner Familie schnarcht und ich nichts dagegen tun kann … Obwohl es hoffnungslos ist und ich mit dem Schnarchen nicht aufhören kann… Obwohl eine Operation die einzige Möglichkeit ist…

Nachdem wir diese Aspekte erfolgreich geklopft hatten, fragte ich ihn wie wahr der Glaubenssatz „Ich schnarche, weil mein Körper genetisch so veranlagt ist“. Er schien für ihn nicht mehr wahr zu sein. Dies war eine kurze Session und ich bat ihn zu Hause die folgenden Sätze jeden Abend fünf Minuten lang vor dem Schlafengehen zu klopfen:

Auch wenn ich nichts gegen dieses Schnarchproblem tun kann, … Obwohl ich diese genetische Disposition zum Schnarchen habe, … Obwohl meine Frau mich nicht mehr haben will wenn ich schnarche, …

Die kommende Woche berichtete George, dass seine Frau sagte, dass sein Schnarchen sich verbessert hatte (nicht so laut und ohne diese plötzlichen großen Schnarcher, die so richtig laut sind), aber er schnarchte immer noch.

Ich versuchte wiederum das Weil-Spiel mit ihm: Ich schnarche weil _________ und er sagte: weil ich eine Nase habe. Meine Nase schnarcht weil_________ … sie es tun muss. Sie muss schnarchen weil ___________ … ich müde bin. Ich bin müde weil _________ …ich Käse esse.

Zu diesem Zeitpunkt dachte ich an mögliche Allergien und testete meine Vermutung dass er eine Milchallergie habe. (Ich teste mich kinesiologisch selbst für ihn.)

Gary Craigs Kommentar: „Für diejenigen, die nicht mit dem Muskeltesten umgehen können, sollten mit der vermuteten Käseallergie weiterarbeiten. Falls das nicht funktioniert, fahre einfach mit dem Weil-Spiel fort. Etwas Hartnäckigkeit führt dich in die richtige Richtung.“ Ich habe getestet ob es spezifisch nur der Käse war, aber das stimmte nicht. Vielleicht kam dieser Satz auch nur, weil George ziemlich viel Käse gegessen hat. Er war selber überrascht, mit seiner eigenen Antwort und mit der Allergiediagnose, weil ihm das alles ein wenig zu weit ging. Aber er machte trotzdem weiter.

So haben wir mit einem typischen EFT Protokoll für die Behandlung von Milchallergie weitergemacht.

Obwohl ich diese schnarchende Reaktion auf Milchprodukte habe, … Obwohl ich diese Verschleimung durch den Verzehr von Milchprodukten habe, … Obwohl ein Teil von mir denkt, dass ich keine Milchprodukte essen sollte, … Obwohl es sich nicht sicher anfühlt, meine Reaktion auf Milchprodukte aufzugeben, …Obwohl es sein könnte dass etwas Schlimmes passiert ist in der Vergangenheit, was ich mit Milchproduktion in Zusammenhang gebracht habe, (er konnte zu dem Zeitpunkt an nichts dergleichen denken), … Obwohl ich vielleicht ein genetisches Problem mit dem Essen von Milchprodukten habe, …

Am Schluss habe ich ihn wieder nach Hause geschickt mit der Hausaufgabe, jeden Abend vor

dem Schlafengehen fünf Minuten zu klopfen:

Obwohl meine Nase und Milchprodukte für mein Schnarchen verantwortlich sind, …Obwohl ich dieses genetisch bedingte Schnarchen und diese Milchallergie habe, …

Ich habe ihn auch gefragt, ob er bereit sei, eine 3 – 7-tägige Pause einzulegen und während dieser Zeit keine Milchprodukte zu essen, einfach um seinem Körper die Gelegenheit zu geben sich zu erholen. Er sagte dass er alles versuchen würde, um die Operation zu vermeiden.

Er rief einen Tag vor unserer nächsten wöchentlichen Session an um die Behandlung abzusagen, da seine Frau bestätigte dass er während der letzten vier Nachte nicht mehr geschnarcht habe. Ich habe ihn dazu ermuntert noch eine weitere Woche mit dem fünfminütigen abendlichen Klopfen fortzufahren und mich anschließend anzurufen um mir Bericht zu erstatten.

Da er sich nicht wieder gemeldet hat, es sind seitdem einige Wochen vergangen, entschloss ich mich ihn anzurufen um herauszufinden was geschehen ist. Er sagte, dass er nach der kurzen Auszeit wie gewöhnlich wieder Milchprodukte esse, aber die Verschleimung kein Problem mehr sei (er hatte das Problem bereits vergessen). Er freute sich auch darüber berichten zu können, dass er nicht mehr klopft und trotzdem jede Nacht gut und ruhig schläft und dass seine Frau auch glücklicher sei (vielleicht schläft sie auch besser)

Lily Alexander