Wie gut EFT-ler und Schulmediziner zusammenarbeiten können, zeigt die Geschichte, die Brigitte Hainz erzählt. Sie arbeitet in der Allgemein- medizinischen Praxis Ihres Mannes mit und kann helfen, wenn die Schulmedizin nicht mehr weiter weiß.  

Die Frau eines 81-jährigen Patienten meines Mannes rief mich vor knapp einem Jahr verzweifelt an: „Meinem Mann geht es sehr schlecht. Ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Er spricht fast nichts mehr, isst und trinkt kaum, hat große Angst und schaut seit dem letzten Krankenhausaufenthalt nur mehr starr vor sich hin. Alles wurde untersucht, er war schon so oft im Krankenhaus und jetzt hat er zu auch noch ‚den Alzheimer’ und eine Depression“, schilderte sie die Situation.Der  Mann wird schon seit Jahrzehnten hausärztlich von meinem Mann und bei Spezialfragen von diversen Fachärzten betreut. Ich bot der Dame an, mit ihrem Mann zu sprechen und wenn er das möchte, auch zu arbeiten. Er kam ein paar Tage später. 

Als er in meine Praxis kam, erschrak ich. Ich hatte ihn in der Praxis meines Mannes kennen gelernt und hatte ihn ganz anders in Erinnerung. Bleich, starr, den linken Mundwinkel herabgezogen wie nach einem Schlaganfall stand er vor mir. Er konnte nur ganz kleine Schritte gehen und musste gestützt werden. Ich verstand ihn anfangs nur schwer, wenn er sprach. Der Mund und die Speiseröhre waren voll Soor. 

„Meine ganze Angst sitzt immer im Bauch“, erzählte er mir. Dort habe er seit langem Divertikel, die ihn quälten. Während des Gespräches stellt sich heraus, dass die Diagnosen, Alzheimer Demenz und Depression, nur durch ein paar Standardfragen von einem Psychiater gestellt wurden. Die Folge: Zusätzlich zu seinen vielen anderen Medikamenten wegen diverser Erkrankungen und Leiden erhielt er dafür je ein Antidepressiva gegen die Depressionen und Antidementiva gegen Demenz.

Auch Medizinisch wurde alles abgeklärt, mehr können sie nicht für ihn tun, sagten die Ärzte im Krankenhaus zu ihm. Er könne aber jederzeit wieder kommen.

Nach außen hin sah alles wie ein ganz normaler Fall aus. Ein Schicksal. Wahrscheinlich bald ein Pflegfall wie tausende andere auch. 

Aber: Das verordnete Antidepressiva und das Medikament wegen des Alzheimers vertrug er überhaupt nicht. „Mir graut vor den Tabletten, mir wird so übel und ich habe so einen großen Druck in den Augen, seitdem ich sie nehme. Ich gehe wie auf Wolken“, klagt er mir.

Nach Rücksprache mit meinem Mann, riet ich ihm die neuen Tabletten erst einmal abzusetzen, denn deren Einnahme war nicht lebenserhaltend. 

Die Arbeit mit EFT konnte beginnen. Aber es erforderte eine spezielle Art mit ihm zu arbeiten, weil EFT so eine völlig andere Welt für ihn war. Dennoch: Er kam dann doch nach ganz kurzer Zeit damit zurecht und ich war ich tief beeindruckt.

Sein Wunsch war: „Ich möchte nur, dass das verschwindet und ich wieder ‚der Alte’ werde, der ich einmal war.“

Es waren viele ihn noch stark belastende Themen zu bearbeiten: Bedingt durch den 2. Weltkrieg trug er unbeschreibliche Ängste in sich. Der Irankrieg vor knapp 20 Jahren, die Angst vor Atombomben, andere jüngere Kriege und die täglichen Nachrichten im Fernsehen taten ihr Übriges.

Die Sorge, was mit seiner Frau und seinem Hund passieren würde, wenn er plötzlich stirbt war ebenfalls sehr groß. Mindestens so groß wie die Zweifel, ob EFT wirkt. Dass seine Frau vor ihm sterben könnte, hatte er bisher noch gar nicht in Betracht gezogen, weil er fest davon überzeugt war, er würde zuerst sterben. Diese Aspekte nahmen wir gleich mit hinein, weil sie ihn auch beunruhigten. Wir fanden brauchbare Strategien und das Sterben war für ihn auf einmal mit viel weniger Angst besetzt als zuvor.

Ein Feuer, ausgelöst durch ein Gewitter vor etwa 40 Jahren hat ihn zusätzlich traumatisiert. Er fürchtete  damals um das Leben von Menschen und konnte nichts tun, weil er erstarrt davor stand. Gewitter waren für ihn seitdem eine Qual. Jede kleine Verbrennung, die man sich schon einmal zuziehen kann, spürte er überall im Körper, besonders im Bauch.

Ein Sturz in der Dusche vor ein paar Jahren auf seinen sensiblen Bauch haben seine Schmerzen und seine Angst dort noch verstärkt. Genauso wie die Angst vor möglichen neuen Erkrankungen.

Insgesamt haben wir uns zu 3 intensiven und sehr individuellen Sitzungen ohne Zeitlimit innerhalb von 2 Wochen getroffen und alle besprochenen Themen aufgelöst.

Schon nach der ersten Sitzung sagte er: „So viel habe ich schon lange nicht geredet. Das Leben genießen und die Krankheit loslassen, das steht mir zu. Ich will das, ich darf das und ich kann es.“ Als er ging, hatte er eine gute Hautfarbe, ging schneller und war lockerer. Der schmerzhafte Augendruck ist seitdem ganz weg. 

Nach 3 Einheiten fühlte er sich sehr gut und freute sich: „Ich schnarche weniger, fühle mich frisch, mein Blutzucker ist so niedrig wie schon lange nicht, ich habe keine Angst mehr.“ Seine Hautfarbe sah nun frisch aus, sein Gang war völlig normal, seine Bewegungen waren aktiv und er konnte wieder normal essen und trinken. Er zeigte sich lockerer als jemals zuvor. Er fuhr wieder mit dem Auto und ging seinen Hobbys nach. In Gesellschaft wunderten sich seine Bekannten und Freunde, weil er plötzlich ungewöhnlich fröhlich und aktiv wirkte.

Seine Frau rief mich ein paar Wochen später an und „beschwerte“ sich: „Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich ihn nicht geschickt... Er folgt mir überhaupt nicht mehr! Ständig ist er im Garten und arbeitet irgendwo herum. Er macht was er will. Jetzt baut er sogar einen Holzschuppen für den Rasenmäher und das in der prallen Sonne.“

Die guten Gefühle hielten. Auch nach einen paar kleinen Operationen vor ein paar Monaten am Kopf wegen eines Melanoms im Krankenhaus nimmt er sein Leben jetzt gelassen und genießt es, soweit er das kann. Er fühlt sich sehr gut, seine Stimme klingt positiv und er wirkt fröhlich.

So optimal kann es für Patienten sein, wenn EFT und Schulmedizin eng zusammen arbeiten.

Wien, 2010-05-10

Brigitte Hainz